Erfahren Sie typische Gründe, warum eine Existenzgründung oftmals scheitert und dementsprechende Lösungsansätze.

Gründe, warum eine Existenzgründung häufig scheitert

Immer wieder ist zu lesen, dass eine Existenzgründung bzw. ein Startup nach kurzer Zeit scheitert. Die Gründe bzw. Ursachen dafür sind sehr vielfältig, aber oftmals wiederkehrend. Wer klassische Praxis-Beispiele benötigt, sollte sich nur mal eine Folge von Rosins Restaurants anschauen. Trotz (teilweise) gescripteter Folgen, sind die Fehler der Gastronomen sehr realitätsnah. Dazu zählen insbesondere fehlende Kalkulation, schlechtes Marketing oder mangelnde Erfahrung als Gastronom. Besonders dieses Interview beschreibt Problematiken von Gründern und kann auf viele Branchen übertragen werden.

 

Sieben typische Gründer Fehler

Hinweis: Wie das Wort Existenzgründung bereits aussagt, geht es primär um Existenzgründer in Vollzeitbeschäftigung.
Selbst wenn man sich an das Drehbuch „Selbstständig machen“ hält, müssen viele Gründer bald aufgeben. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, warum das so ist und wie man davor verschont bleiben kann. Dafür beschreiben wir Ihnen zunächst 7 typische Gründe bzw. Klassiker. Los geht`s.

 

Schlechte Beratung

Falsche Existenzgründung- bzw. Startup Beratung sind häufig ein Grund für einen schlechten Start. Dazu zählen oftmals Punkte wie:

  • Schlechter bzw. gar kein Finanzierungs- und Businessplan für eine seriöse Planung
  • Fördermittel wie Beraterförderung, Gründerzuschuss oder KfW-Kredit wurden verpasst
  • Steuerrechtliche- sowie juristische Angelegenheiten sind (gar) nicht beachtet worden
  • Marketing wird falsch kalkuliert oder (teilweise) überhaupt nicht bzw. unprofessionell umgesetzt
  • Falsche Unternehmensform bzw. Kleinunternehmerregelung ohne Ausweisung von MwSt.

Viele Existenzgründer verzichten oftmals auf professionelle Beratung bzw. Überprüfung ihrer Geschäftsidee.
Dabei fehlt ihnen oftmals jegliche Erfahrung in Buchführung, Kalkulation, Marketing und Vertrieb. Zudem denken viele, dass es sich lohnt, die Kleinunternehmerregelung zu beanspruchen (keine MwSt. bis 22.500€ Umsatz im ersten und <50.000€ im zweiten Jahr). Die vermeintlichen Vorteile von günstigen Preisen oder weniger Steueraufwand sind oftmals verflogen, wenn man keine Vorsteuer für (bereits) getätigte Investitionen ziehen kann.

Allgemein ist die Kleinunternehmerregelung sinnvoll, wenn Sie z.B. „kleine Basteleien“ oder hobbymäßig Dienstleistungen anbieten. Wer nur annähernd bei der Existenzgründung an existenzsichernde Einnahmen denkt, sollte auf jeden Fall die MwSt. ziehen und keine Beschäftigung (über 50%) gleichzeitig ausüben.

 

Falsche Budget- und Finanzplanung

Gründe warum Existenzgründer scheitern z.B. fehlendes Controlling und KundenverständnisOftmals wird die Budget- und Finanzplanung einer Existenzgründung schlicht falsch kalkuliert. Die Folgen sind Liquiditätsengpässe oder fehlendes Kapital für neue Investitionen. Unabhängig von erhaltenen Fördermitteln bzw. Kreditaufnahme, viele Gründer schätzen ihre laufenden (Fix-)Kosten falsch ein. Meistens wird ab dem Start mit festen Einnahmen geplant. Viele ignorieren, dass man im ersten Jahr vielleicht „nur“ seine Investitionen wieder reinholt. Dazu zählen insbesondere:

  • Logo Erstellung + ggf. Eintragung beim DPMA
  • Online Auftritte erstellen wie Webseite & Social Media
  • Werbemittel wie z.B. Visitenkarten, Flyer und Geschäftspapier
  • Büroausstattung wie PC, Laptop, Drucker, Geschäftshandy, etc.
  • Steuerrechtliche Angelegenheiten wie Buchhaltung sowie Jahresabschlüsse

Auch weitere Investitionen nach dem Start werden häufig nicht eingeplant. Infolgedessen können Webauftritte und Geschäftsausstattung zu Beginn sehr gut sein, werden aber dann über längere Zeit vernachlässigt. Auch Risiken und Fehleinschätzungen sind oftmals nicht einkalkuliert.

Vergessen Sie nicht, dass eine Existenzgründung laufend Innovationen bzw. Investitionen (Marketing) benötigt, um sich erfolgreich zu etablieren. Wer gleich danach nur ans Sparen denkt und Ausgaben scheut, wird kaum dauerhaft erfolgreich sein. Wichtig ist auch in was Sie investieren. So bringen viele Ausgaben (Auto, Kleidung, Ads,…) keinen wirklichen Nutzen. Vielmehr fehlt dann das Geld für sinnvolle Investitionen wie Outsourcing, Beratung oder Marketing.

 

Fehlendes Kundenverständnis

Fehlendes Kundenverständnis bzw. keine Marktforschung sind häufige Fehler, warum eine Existenzgründung scheitert. So sehen viele Gründer ihre Geschäftsidee bzw. Angebote im Mittelpunkt, haben aber keine Empathie für potenzielle Kunden bzw. eine seriöse Markteinschätzung. So wissen viele nicht um die Bedeutung der Customer Experience und können diese nicht gut umsetzen. Folglich werden Produkte / Leistungen so angeboten, wie man sie selbst oder der Freundeskreis gut findet, aber nicht die relevante Zielgruppe.

Es ist ähnlich zu fehlenden kaufmännischen Kenntnissen, welche u.a. für gute Planung, Strategie oder Kostenkalkulation essentiell sind. Gerne startet man (aus Verzweiflung) mit Sonderangeboten oder Rabatt-Aktionen, welche die Chance auf Positionierung oder marktgerechte Preise sinken lassen. Des Weiteren fehlt es häufig schlicht an Erfahrung und Geduld, um sich erfolgreich am Markt zu etablieren.

 

Übermut und Selbstüberschätzung

Klassische Fehler die Sie bei einer Existenzgründung vermeiden sollten

  • Wenn nicht jetzt, wann dann?
  • Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
  • Ich bin wirklich gut darin – sagen alle!

So starten viele Existenzgründungen. Leider sind viele Gründer von ihrer Idee derart vereinnahmt, dass sie grundlegende Anforderungen einfach ignorieren. Übermut sowie Selbstüberschätzung führen dann meistens zu unvernünftigem Verhalten oder Fehlentscheidungen. Befeuert wird dieses Verhalten gerne durch gratis Videos, (vermeintlich) erfolgreiche Influencer, (Wochenend-)Seminare und dem stetigen Einreden, wie gut man doch sei. Mangelnde (Berufs-)Erfahrung ist auch kein Hindernis, weil man sich ja schon „so lange“ mit der Idee bzw. dem Plan beschäftigt, sich entsprechend informiert hat oder es vom Angestelltenverhältnis her weiß.

Doch es hat einen Grund, warum (besonders junge Menschen unter 40) so viele Gründer scheitern. Wer keine bahnbrechende Idee hat bzw. lukrative Nische entdeckt, muss sich vieles aneignen und auch externe Hilfe beanspruchen. Klassische Hürden sind Kundenakquise, gute Kommunikation oder Beschwerdemanagement. Kurzlebige Ausnahmen sind dagegen „Luftschlösser oder Schneeballsysteme“.

 

Kein wirksames Marketing

Die Wichtigkeit von professionellen Faktoren wie Logo, Webseite oder Geschäftsausstattung haben wir ausführlich beschrieben.
Werbewirksames Marketing („Wer nicht wirbt der stirbt“) bedeutet u.a.:

  • Dauerhafte sowie professionelle Positionierung der Marke on- und offline
  • Webseite und Social Media Auftritte laufend aktualisieren & überarbeiten
  • Aufbau eines Netzwerks mit Partner und Bestands- bzw. Stammkunden
  • Ausschau nach neuen sowie innovativen Vertriebswegen
  • Stetige Recherche zu Trends, Konkurrenz und Veränderungen am Markt

Ein besonders häufiger Fehler ist die mangelnde Selbsteinschätzung in Sachen Außenwirkung und Image. So halten sich hartnäckig Mythen wie:

  • Jeden Tag auf Social Media posten
  • Werbe-Ads schalten und Landingpage erstellen
  • Neue Videos erstellen und überall teilen
  • Viele Rezensionen auf selbst steuerbaren Bewertungsportalen
  • Mit Erfolg und materiellen Dingen / (gekauften) Referenzen protzen

Natürlich sind die Punkte 1 – 3 irgendwann wichtig. Die größte Hürde ist es jedoch, Sichtbarkeit und Interaktionen zu generieren und letztendlich echte (Stamm-)Kunden zu akquirieren. Um Streuverluste zu vermeiden, sollte man nicht gleich auf allen Kanälen werben, sondern auf wenigen richtigen. Danach ist ein Marketingbudget leichter zu planen und Maßnahmen zu erweitern.

Deshalb ist es z.B. ebenso schlecht mit einer Fanpage von < 100 zu starten oder gleich mit 10.000 (gekaufte Fans), was beides nicht echt wirkt. Auch hier liegt der Erfolg in der Geduld und konstanten Einhaltung einer professionellen Marketing Strategie. Leider haben viele nicht die Geduld und verfallen in panischen Aktionismus. 

 

Keine Kosten- und Leistungsrechnung

Typische Fehler von Existenzgründern fehlendes Controlling und LiquiditätsplanungHier meinen wir jetzt nicht die umfangreichen Kostenträger-, Kostenstellen- oder Kostenartenrechnung im Detail. Vielmehr geht es darum, dass viele Gründer ihre wahren Kosten und Einnahmen nicht seriös kalkulieren bzw. kontrollieren. Umsatz als Einnahmen zu generieren ist ja auch viel einfacher bzw. schöner zu berechnen. Doch so funktioniert die (Traum-)Welt leider nicht.

Für eine seriöse Berechnung Ihrer Aufwendungen sind u.a. diese Punkte wichtig:

  • Realer und (häufig unbezahlter) Zeitaufwand pro Woche
  • Anschaffungskosten jeder Art – und auch für neue Dinge
  • Fixkosten wie Strom, Internet, Telefon oder Lizenzen
  • Einkauf von Materialien und Büroausstattung
  • Marketing Investitionen wie kostenpflichtige Accounts & Ads
  • Abgaben ans Finanzamt, Versicherung und ggf. Steuerberater
  • Kredite und Zinsen, Vorräte bis hin zu Miete und Personal

Und wer jetzt noch ganz auf die Selbstständigkeit setzt, den erwarten üppige Beträge für (teilweise freiwillig) Sozial-, Renten-, Haftpflicht-, Unfall- oder Arbeitslosenversicherung.
Wenn es gut läuft, vergessen viele die Gewerbesteuer (ab Jahresgewinn > 24.500€) sowie Einkommenssteuer (> 9.984€), welche zu Beginn des neuen Jahres fällig werden. Nicht umsonst sagt man, dass in Deutschland immer ca. 50% der Einnahmen (nach Abzug der MwSt.) zu versteuern sind. Infolgedessen lohnt es sich gerade in der Anfangsphase sinnvoll zu investieren, anstatt alles versteuern zu müssen.

 

Keine Weiterentwicklung mit Beispielen

Selbst wenn eine Idee gut funktioniert, ohne Innovation bzw. Portfolioerweiterung funktioniert es dauerhaft nicht. So sieht man häufig, wie Webseiten veralten, Social Media Kanäle langweilen bzw. sterben und letztendlich die Kunden ausbleiben. Auch hier unterschätzen viele bei einer Existenzgründung, dass der Aufbau einer Marke sowie erfolgreiche Positionierung, dauerhafte Prozesse sind.

Selbst große Hypes wie „Made my Day“ (mit + 2.3 Millionen YouTube Followern) haben die Weiterentwicklung verpasst. Dort liegen die Aufrufe der neusten Videos, gerade einmal zwischen 15 – 25k.
Weitere Beispiele:

  • Das Einzelhandelsunternehmen Kriegbaum und Multi (heute Metro bzw. Real)
  • ICQ – zwar noch am Markt, wurde aber von der „Kopie“ WhatsApp verdrängt
  • Google+, studiVz oder Lokalisten – alle an der Weiterentwicklung gescheitert  

Auch andere große Konzerne wie McDonalds oder Facebook, kommen ohne Innovationen / Übernahmen nicht mehr aus.
Deshalb ist es bei einer Existenzgründung existenziell wichtig, mehrere Standbeine zu schaffen. Dies ist häufig nur mit mehr Kapital, Mitarbeitern und Portfolioerweiterung möglich. Also vergessen Sie den Satz „Das habe ich aber immer so gemacht und muss mich nicht verändern“, denn Sie müssen!

 

Vier Typen bei Existenzgründung

Selbstverständlich gibt es viele Typen von Gründern. Ob Macher, Denker oder Praktiker, vieles ist dabei. Wir beschreiben Ihnen hier die wohl meist auftretenden Typen bei einer Existenzgründung.

Träumer (nebenberuflich)

Nebenberuflich mit Kleingewerbe in eine Existenzgründung startenTräumer sind oft diejenigen, die ohne Kredit, Struktur und Unternehmergeist ein Kleingewerbe anmelden. „Nebenher so 500 bis 1000 Euro netto im Monat verdienen wäre toll bzw. schön“. Hierbei handelt es sich oftmals um junge Mütter, (Werk-)Studenten, Teilzeitbeschäftigte oder Angestellte, die nebenher etwas verdienen wollen ohne klassischen Mini-Job. Häufig hat dieser Typ folgenden Traum:

  • Ein eigener Online-Shop mit selbsterstellten Dingen oder Drop-Shipping.
  • Grafikdesigner, Content-Manager, Webdesigner oder Videocreator/Fotograf als Freelancer.
  • Berater oder (Online-)Coach für z.B. Motivation, Hochzeitsplanung, Business- oder Social Media Aufbau.
  • (Online-)Nachhilfe für Fremdsprachen, Musikunterricht, Bewerbungen, usw.
  • YouTube / TikTok Kanal mit Rezepten, Comedy, Fitnessvideos, Kryptohandel, Affiliate-Marketing, etc.

Dieser Traum kann funktionieren. Jedoch stehen zeitliche- bzw. finanzielle Aufwendungen in keinem guten Verhältnis gegenüber dem Ertrag. Wer mehr als sein näheres sowie privates Umfeld (Freunde, Verwandte, Nachbarn, Vereine, Kollegen,…) bedienen möchte, muss auch mehrere Tausend Euro investieren oder „klein“ bleiben mit dem Nötigsten.

Die (Erwartungs-)Haltung und Einstellung sehen dann häufig so aus:

  • Die Arbeit soll möglichst von Zuhause aus stattfinden und wenig tagsüber.
  • Des Weiteren sollte es möglichst geringe bzw. keine Investitionen benötigen.
  • Selbst- bzw. einfach erstellte Logos, Werbemittel und Webseiten / Online-Shops sollten genügen.
  • Google-Recherchen, YouTube-Tutorials und vielleicht ein (kostenpflichtiges) Seminar, müssen ausreichen.
  • Zur Not Logo und Webseite günstig erstellen lassen (z.B. designenlassen und Inserat bei eBay für die Webseite).

Warum mit dieser Haltung ca. 99% scheitern, müssen wir jetzt wohl keinem mehr erklären!
Hoffnung: Viele haben auch mal klein angefangen.
Tipp: Mit einem einfachen Minijob sparen Sie viel Zeit & Nerven und verdienen wahrscheinlich mehr pro Stunde.

 

Sophie Sorglos & Nathan Naiv

Existenzgründung Geschäftsidee als Influencer für Kosmetik und DropshippingDiese Namen haben wir jetzt einfach mal fiktiv gewählt. Sie stehen für Gründer, die einen soliden bzw. starken finanziellen Background haben. Sei es eine Erbschaft, reiche Eltern oder Verwandte, diese Typen starten bedenkenlos (sorglos) mit ihrem Geschäft. Jedoch haben sie mehr eine Wunschvorstellung, als dass sie echte Unternehmer sind. Häufig starten sie mit

  • einer eigenen (Naturheil-)Praxis,
  • kleiner Garage / kleinem Geschäft
  • einer Influencer Idee
  • oder einem Café / einer Bar.

Für die unternehmerische Verwaltung und (Anfangs-)Investitionen stehen oftmals die Bekannten, Verwandten oder Partner gerade. Dennoch fehlt es im Alltag an elementaren Dingen wie gute Marketingmaßnahmen, Personalführung oder Kundenservice.

Gerade diese Gruppe schafft es meistens nicht über die ersten drei Jahre. Hierbei muss man sagen, dass diese Personen meistens (finanziell) weich fallen. Mehr haben sie ein moralisches Dilemma gegenüber den Geldgebern, die es aber meistens schon ahnen konnten.
Wichtig: Dieses häufig auftretende Phänomen soll diesen Grundtyp nicht verallgemeinern.

 

Listige Blender

Fiktives Beispiel für listige Blender Strategie für eine ExistenzgründungPrahler, Angeber, Wichtigtuer… – es gibt zahlreiche Synonyme für das Wort Blender. Wir meinen damit Existenzgründer, die (listig) eine klare Strategie bzw. Masche verfolgen. Möglichst viel Ertrag innerhalb kürzester Zeit, ohne echte Innovation oder hochwertigen Mehrwert. Man muss zugutehalten, dass Marketing stark auf (visuelle) „Überperformance“ ausgelegt ist. So postet man lieber ein bearbeitetes bzw. gefiltertes Bild, anstatt einen spontanen Snapshot. Daran erkennen Sie den Typ Blender häufig:

  • Social Media Accounts mit vielen Selbstportraits, welche Reichtum und Erfolg zeigen sollen.
  • Auszeichnungen, welche (nach Recherche) oftmals nichtssagend bzw. kaufbar sind.
  • Zurschaustellung von Statussymbolen wie Luxusauto bzw. Urlaub oder (Rolex-)Uhren (oft gemietet).
  • Unrealistische Versprechen wie z.B. „100% planbare hohe Monatsumsätze oder Kunden- bzw. Personalgewinnung“.
  • Übertrieben positive Rezensionen / Testimonials (in kurzen Zeitintervallen) auf selbst steuerbaren Bewertungsportalen.

Weniger sind alltägliche Branchen wie Handwerk, Gastronomie oder Nachhilfe gemeint. Hier geht es primär um Coaching, Consulting oder auch (Social-Media-)Marketing. Blender wählen oftmals das Prinzip des (verkappten) klassischen Schneeballsystems: Generiere konstant ganz neue Kunden und mache die Dinge „einfach“, mit z.B. Massenabfertigung über Online-Seminare mit möglichst vielen (zahlungskräftigen) Teilnehmern. 

Halbe Wahrheiten: Es gibt Existenzgründer, die von der „Vetterleswirtschaft“ profitieren. So haben diese meistens nur einen großen Auftraggeber (z.B. Firma, Kommune, Gemeinde oder Verband). Sie sind eigentlich „Scheinselbstständig“, treten aber als große „Zampanos“ auf, die es geschafft haben. Das alles ist nicht illegal, aber man muss damit selbst 100% identisch sein.
Konsequenz: Wenn Sie auf die Karte Blender setzen, müssen Sie ständig neue Kunden generieren, hohe Mitarbeiterfluktuationen in Kauf nehmen oder sind maximal abhängig von einem großen Geldgeber.

 

Perfektionisten (hauptberuflich)

Fehlervermeidung Tipps für eine erfolgreiche ExistenzgründungAls Perfektionist bezeichnen sich selbst wohl alle Gründer. Wir meinen hier aber die wirklichen Macher mit viel Erfahrung und Fachkompetenz. Diese wissen genau, was die Marktanforderungen sind, wie viel Geld man ins Marketing investieren muss und was man besser outsourcen sollte (wie z.B. Buchführung).

Perfektionisten haben jedoch häufig diese Probleme:

  • Eigene Überorganisation und es muss allen 100% Recht gemacht werden
  • Alles soll, wenn möglich, selbst aus- bzw. durchgeführt und umgesetzt werden
  • Zu viele Dingen werden gleichzeitig angegangen, was zu unnötigem Stress führt
  • Work-Life-Balance? Nein! Es gilt selbst & ständig ohne wirkliche Freizeit
  • (Finanzielle) Grenzen nach oben? Nein, das sollte es keine geben!

Gerade dieser Grundtyp hat es schwer, Aufgaben bzw. Verantwortung abzugeben. Durch zu viel Ehrgeiz kann auch die Qualität bzw. das Leistungsniveau schwanken, da die Gelassenheit oftmals schwindet. Ein bisschen mehr Sophie Sorglos könnten sogar helfen, sofern es finanziell gut läuft.
Tipp: Beharrlichkeit und Motivation sind gut. Verbissenheit und Übermotivation jedoch meistens suboptimal.

 

Voraussetzungen Existenzgründung

Wir wollen Ihnen natürlich auch zeigen, wie eine Existenzgründung gelingen kann. Für eine Existenzgründung (am Beispiel Anmeldung eines Kleingewerbes), benötigen Sie:

  • Personaldaten sowie Leistungen, Sitz & Name des Kleingewerbes mit Vor- und Nachnamen
  • Einreichung eines ausgefüllten Gewerbescheins beim zuständigen Gewerbeamt
  • Zusätzliche Information an das Finanzamt, die IHK / HWK (dann meistens automatisch)
  • Genehmigungen oder Nachweise bei z.B. Handwerk oder Gastronomie
  • Eine eigene Umsatzsteuer-Identifikationsnummer USt-ID (falls nicht Pflicht, dann optional)
  • Einnahmenüberschussrechnung am Jahresende oder doppelte Buchführung (bei MwSt.)

Ein Logo + geschützter Firmenname (z.B. mit Eintragung beim DPMA) ist bei keiner Existenzgründung nötig, aber sehr zu empfehlen.

 

Realistische Budgetierung

Sofern Sie ein solides (Neben-)Einkommen erreichen möchten, sollten Sie für eine Existenzgründung kalkulieren (netto):

  • Anmeldung & Eintragung Ihres (Klein-)Gewerbes ca. 50€
  • Experten Beratung zum geplanten Vorhaben ca. 100 – 200€
  • Professionelles Logo mit CI & CD für ca. 500€
  • Professionelle Webseite mit DSGVO & (SEO-)Content ab ca. 3.000€
    --> laufende Kosten (Webspace, Domain & Co. ) pro Jahr ca. 50 – 100€
  • Aufbau & Einrichtung von Social Media Kanälen ca. 300 – 500€
  • Grundlegende Werbemittel wie Visitenkarten, Flyer etc. ca. 200 – 300€
  • Sonstige Anschaffungen wie Geschäftskonto, Drucker, Lizenzen,… ca. 1000€
  • Steuerberatung (teilweise oder ganz) für BuHa oder Abschlüsse ca. 250 – 1000€ pro Jahr

Dazu müssen Sie viele unbezahlte Stunden einkalkulieren. Die Zeit für Planung, Fortbildung oder eigenständige Verwaltung, benötigt erst mal mehr Zeit als Ihr eigentliches Kerngeschäft. Sofern Sie also nicht mit Einnahmen von mindestens 5.000 – 10.000€ netto pro Jahr rechnen, müssen Sie sich komplett selbst durchschlagen.

Wichtig: Im ersten (Gründer-)Jahr ist es nicht ungewöhnlich, wenn Sie oftmals „nur“ Ihre Kosten decken und dann exponentiell wachsen. Startups hingegen sollten schneller hohe Einnahmen generieren, weil man eine Innovation voraussetzt. Also kalkulieren Sie immer einen finanziellen Puffer und erkundigen sich nach (öffentlichen) Fördergeldern. Zudem: Wachstum kostet Geld und Umsatz + Gewinn bedeutet nicht immer, so liquide zu sein, wie es oftmals nötig ist. Also solide finanzielle Puffer immer einplanen!

 

Effektives Zeitmanagement

Wer eine Existenzgründung vollzogen hat, bemerkt relativ schnell, dass es keine geregelten Arbeitszeiten gibt. Klar kann man einen klassischen 8-Stunden Tag anvisieren (Vollzeit), das ist in den ersten Monaten / ersten Jahr meist unrealistisch. Deshalb erstellen Sie sich eine passende Checkliste, z.B. zu Planungen wie:

  • Sind meine Ziele und Prioritäten klar definiert und auch die Reihenfolge?
  • Was kann ich selbst ausführen / umsetzen und was sollte ich outsourcen?
  • Wie kann ich Privates und Berufliches bestmöglich trennen (Work-Life-Balance)?
  • Bis wann sollte ich wieviel Umsatz generiert haben (Umsatzziel)?
  • Benötige ich Visualisierungen wie Scrumboard oder Wochenplan?
  • Was sind meine standardmäßigen bzw. wiederkehrenden To-Dos?
  • Wann ist die produktivste Arbeitszeit für mich bzw. beste für meine Kunden?

Ganz wichtig ist hierbei, die „Überorganisation“ zu vermeiden. Lassen Sie auch Fehler bzw. neue Erfahrungen zu und lernen Sie daraus. Gerne neigen Menschen dazu, die einfachen Dingen zu bevorzugen (Planung, Meeting,…) und die wichtigen Dinge (Umsetzung, Weiterbildung,…) auf- bzw. anzuhäufen.

 

Alternativen zur Existenzgründung

Eine Existenzgründung ist prinzipiell nie das Problem, denn jeder kann sie beantragen. Hier möchten wir Sie auf das Stichwort „Opportunitätskosten“ verweisen und noch einmal Ihre Sinne schärfen, ob Sie tatsächlich ein Gewerbe (nebenberuflich) führen wollen. Dazu ein paar Vergleiche bzw. Gegenüberstellungen.

  • Aus welcher Motivation wollen Sie eigentlich Ihre Existenzgründung starten?
  • Kann meine Idee wirklich am Markt erfolgreich sein (nach Konkurrenzanalyse)?
  • Welche beruflichen Alternativen stehen mir (angestellt) realistisch offen?
  • Wieviel Zeit kann ich parallel zum Beruf & Familie realistisch aufbringen?
  • Wo sehe ich meine Gewerbe / berufliche Zukunft in 3-5 Jahren?
  • Kann ich einen totalen Verlust finanziell und privat verkraften?
  • Bin ich wirklich für als Unternehmer geschaffen und habe keine Angst?
  • Brauche ich das alles wirklich oder ist es vielleicht doch eher ein Hobby?
  • Lohnt sich ein lukrativer Ferienjob / Minijob (450€) finanziell vielleicht eher?

Letztendlich sind drei Aspekte sehr ausschlaggebend:
1. Die Existenzgründung ist ein risikoloses Hobby, letzte Hoffnung (Arbeitslosigkeit) oder eine 100% Überzeugung.
2. Geschäftsidee, Voraussetzungen, Erfahrung, Kompetenz und Marktlage sind fundiert und erfolgsversprechend.
3. Eine Finanzierung ist soweit möglich, dass die (private) Existenz nicht 100% davon abhängt.

Schnelles Geld: Es ist zwar nicht verboten, bedarf wenig Kompetenz und kann schnell Geld bringen – Körper verkaufen (Pornos drehen) auf OnlyFans, aber das ist keine wirkliche bzw. lange Option. Vergessen können Sie auf jeden Fall Ihren (guten) Ruf und haben selten den Ausblick auf eine vielversprechende Karriere danach.

 

Fazit und Checkliste zur Existenzgründung

Beratung und Marketing für Existenzgründer von der Marketingwelt LippEs gibt zahlreiche Gründe, warum eine Existenzgründung oftmals scheitert:

  • Konzeptloser bzw. zu schneller Start einer Existenzgründung
    --> z.B. falsche Beratung, unprofessioneller Markenauftritt oder fehlendes Konzept.
  • Fehlendes Wissen darüber, was es bedeutet Unternehmer zu sein
    --> z.B. Budgetierung, Zeitmanagement, Preise, Verantwortung oder Kundenservice. 
  • Unterschätzung von Marketing Anforderungen bzw. Maßnahmen
    --> z.B. fehlende Branchenkenntnis, kein guter Content bzw. schlechtes Online-Marketing.
  • Übermut und Selbstüberschätzung
    --> z.B. Kein Puffer für finanzielle Engpässe, Krankheit oder auf nicht geplante Ereignisse.
  • Keine Weiterentwicklung der Persönlichkeit bzw. des Produktportfolios
    --> z.B. Weiterbildung, Fehlerkultur, neue Ideen bzw. Beobachtung von Trends.

Infolgedessen müssen Existenzgründer u.a. diese drei Punkte vor dem Start abwägen:

  1. Kritisch hinterfragen und prüfen, ob die Geschäftsidee wirklich Potenzial hat.
  2. Sind die finanziellen Voraussetzungen gegeben und was passiert, wenn es scheitert?
  3. Bin ich mir der Bedeutung bewusst, was es heißt selbstständig zu sein mit allen Anforderungen?

Final sollten Gründer noch weitere Optionen sowie Sicherheiten prüfen. Dazu zählen u.a. Punkte wie (privates) Umfeld, potenzielles Netzwerk und externe sowie kompetente Hilfe bei Bedarf.
Fazit: Die Garantie auf 100% Erfolg bei einer Existenzgründung gibt es nicht! Eine seriöse sowie realistische Planung, kaufmännische Kenntnisse, gutes Marketing und stetige Weiterentwicklung erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs.Selbstverständlich ist Ihre Geschäftsidee dabei die zentrale Grundlage.

 

Existenzgründung mit der Marketingwelt Lipp

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  • Einzigartige (Local-)SEO und Backlinks zu Ihren Online-Auftritten
  • Strategie für effektives Social Media Marketing und ggf. Werbe-Ads
  • Tipps zu zielgruppengerechter (Neu-)Kundenakquise & Kommunikation
  • Werbewirksame Handlungen für Neukunden & Kundenbindung
  • Allgemein bewährte Handlungsmaßnahmen On- und Offline für erfolgreiche Werbung

Wir verhalfen bereits vielen Kunden zu einer erfolgreichen Existenzgründung.

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